Das LEHRMAX Konzept der Landert Motoren AG gewinnt den Bülacher Triangel 2011
Mit dem Bülacher Triangel zeichnet die Stadt Bülach jährlich ein lokales Unternehmen für dessen nachhaltige Leistungen im vorhergehenden Kalenderjahr aus. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die mit besonderen Engagements in den Nachhaltigkeitsbereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales ihrer unternehmerischen Tätigkeit ein Glanzlicht aufsetzen.
Tages Anzeiger 20.6.2011:
Der Lehrverbund entlastet die Firmen
Aktualisiert am 20.06.2011
Von Kathrin Morf Bülach – Die Lehrlinge der Gegenwart müssen fast alles können – und vor allem kleine Firmen tun sich schwer damit, dies zu garantieren. Hier setzt die Bülacher Landert Motoren AG mit Lehrmax an, einem Lehrverbund für Industriebetriebe, der dafür sorgen soll, dass weiterhin junge Menschen in der Region ausgebildet werden. Für ihr Engagement ist die Firma nun mit dem Triangel ausgezeichnet worden, den die Stadt Bülach alljährlich an ein lokales Unternehmen für nachhaltige Leistungen vergibt. «Der Verbund ist bewunderungswürdig, richtungsweisend und nachahmenswert», erklärt Beatrice Cornaz, die in der neunköpfigen Triangel-Jury sitzt. Viel Mut sei nötig, ein solches Projekt in Zeiten der Wirtschaftskrise umzusetzen. Über viel Mut verfügt demnach Michael Kummer, Leiter der Landert-Lehrlingsausbildung. Mit nur drei Partnerfirmen rief er Lehrmax 2009 ins Leben und brauchte daraufhin vor allem eines: Überzeugungskunst. «Viel davon ist nötig, wenn man alte Verhaltensmuster ändern will», sagt Kummer, der inzwischen 16 Firmen dazu gewinnen konnte, Lehrlinge zu teilen. «Viele haben gemerkt, dass der Verbund sie entlastet.» Denn natürlich treiben nicht nur der Glaube an den Standort Bülach und die Lust am Vernetzen die beteiligten Firmen an – das Projekt entlastet auch ihren Geldbeutel. Sind sie fertig, sind sie begehrt Schliesslich müssen die Unternehmen den Nachwuchs nur in ihren Kernkompetenzen schulen, können den Rest getrost einem Verbundpartner mit der nötigen Infrastruktur überlassen – und erhalten die «ausgeliehenen» Lehrlinge als Alleskönner zurück. «Ja, das kommt gut mit mir», bestätigt Lehrling Andreas Fryand. Im zweiten Lehrjahr steckt der 17-Jährige und programmiert in der Landert-Werkstatt Steuerungen. Bald wechselt er aber für sechs Monate zu Wildi Schaltungen in Höri – und vertief dort sein Wissen darüber, wie man Elektroschränke zusammenbaut. «Dass ich in andere Firmen reinschauen kann, finde ich super», sagt er. Und mindestens ebenso super sei, dass er dank dem Verbund viel mehr Kollegen habe: 75 Auszubildende profitieren im Moment vom Lehrmax-Konzept. Obwohl Kummer laut Triangel-Jury viel Wert auf gute Stimmung im Team legt – die 5000 Franken Preisgeld investiert er nicht in eine ausschweifende Feier. Stattdessen möchte er ein neues Projekt lancieren: Die Lehrmax-Lehrlinge sollen ein Produkt von A bis Z selbst herstellen. «So lernen sie, grosse Verantwortung zu übernehmen. Dies würde dazu beitragen, die hohe Qualität unserer Ausbildung zu erhalten», sagt Kummer. Bis anhin habe er schliesslich nur gute Rückmeldungen erhalten von den Partnerfirmen. Und: Einmal flügge geworden, sind die Lehrmax-«Küken» begehrte Fachleute auf dem Arbeitsmarkt.
